Samstag, 20. April 2013

Freitags-Füller # 212

Guten Morgen, Ihr Lieben,

schon wieder Freitag ... die Woche ist geflogen! Sitze wieder einmal in Düsseldorf im Uniklinikum, diesmal aber in der KMT-Ambulanz und in gut einer Stunde sollten meine EKs (Erytrozythen-Konzentrate) durch sein und ich fahre wieder nach Hause.

Mein HB war Mittwoch nur bei 8,0 und Treppensteigen über 2 Etagen hat mich dann doch schon mal zum leichten Keuchen gebracht. Also: bisschen frisches Blut tut gut und so sitze ich jetzt hier und schau den Erys zu, wie sie so vor sich hin tröpfeln und mich mit neuen Elan versorgen.

Wie schön, dass das Wetter mir bei diesem Klinik-Urlaub keinen Strich durch die Rechnung macht. Im März waren die ersten beiden Tage traumhaft & dann kam Schnee satt .... Und auch wenn der Frühling heute & am Wochenende temperaturweise Pause machen soll. Die Sonne ist einfach herrlich und tut nur gut!

Grund genug, dass unser Garten morgen frisch gemacht wird. Das mit der Frühjahrsbepflanzung war wegen Schnee und Dauerfrost dann wohl nix, also werden morgen schon Sommerblumen gepflanzt. Und wie gehabt: ich lasse pflanzen. Nein, nicht weil ich zu viel Geld habe und schon gar nicht, weil ich diese Arbeit nicht selber machen mag, aber erstens ist es für mich zur Zeit wirklich anstrengend, die Zeit bis zum Nächsten "Einrücken in die Klinik" ist kurz & drittens birgt das Handling mit Pflanzen und Erde ein potentielles Infektionsrisiko (Keime in der Erde). Da reicht ein Kratzer und schon haben wir den Salat! Tut ja nicht Not!

**** P A U S E ****  (i.e. Schreibpause)

Tja, von wegen Freitags-Füller am Freitag. Auf einmal saßen mit mir im Infusionsraum zwei bereits Transplantierte und mit dem Schreiben war nix mehr, weil reger Austausch stattfand :-). Vorweggenommen: beide gehörten der nachfolgenden Kategorie II an.

Es gibt ja zwei Arten von Patienten: die, die immer nur klagen, alles zum K... finden und nur und ausschließlich darüber heulen, auf was sie alles verzichten müssen.

Dann gibt es die, deren Hauptaugenmerk auf der Tatsache beruht, dass sie weiterleben dürfen und können dank Transplantation und einfach akzeptieren, dass der Weg dahin halt kein Kindergeburtstag ist und man mit Nebenwirkungen rechnen muss, durch die man aber einfach durch muss und, dass es Einschränkungen in der Lebensführung nach der TX gibt.

Aber hey, DU DARFST LEBEN! Du liegst nicht auf 2x2 in einer Kiste, alternativ in einer chicen Urne, sondern DU LEBST! Und wenn man für dieses grandiose (LEBENS-)Ereignis auf Erd- und sonstige Waldbeerenfrüchte für einen Sommer verzichten muss und - in abnehmendem Maße über 360 Tage - ausschließlich keimfreie Kost zu sich nehmen darf. WHAT SHALL'S!

Ich war jedenfalls froh, zwei Exemplare kennenlernen zu dürfen, die dem ganzen handfest gegenüber standen und gemeinsam schwelgten wir in Schlemmerorgien, gibt es doch so viele leckere Sachen, die auch nach der TX auf dem Speiseplan stehen. Die Göttergattin des einen Patienten ist mit einer langen "to cook" Liste nach Hause gegangen ;-).

Gaaaanz wichtig für mich war die Erkenntnis, dass Milchprodukte ausdrücklich AUF dem Speiseplan stehen, hatte ich vor kurzem noch eine gegenteilige Info gelesen, die mir, insbesondere hinsichtlich der Wirkung von Joghurt auf den durch die Massen von Antibiotika gebeutelten Darm, nicht einleuchtete. Also: Entwarnung. Und eine Milchunverträglichkeit nach der TX werde ich nicht zulassen. Zur Not gibt es ja laktosefreie Milchprodukte.

Weiteres Thema: Haustiere. Meine Meinung dazu ist folgende. Ein Hund sollte seine Bodenhaftung nicht verlieren. Kein Hund durfte bei mir je ins Bett. Auf die Couch nur nach Einladung durch seinen Menschen. Ja. Ein Hund ist ein potentieller Bakterien- und Virenträger. Aber ich schlecke Cokina nicht ab und wasche mir jetzt schon nach Kontakt die Hände. Sie wird also bei uns bleiben und nicht abgegeben. Allerdings wird sie nach wie vor auch nach der TX tagsüber bei ihrer Hundesitterin sein, um mich ersteinmal zu entlasten und den Haushalt einfacher zu halten. Dem Argument, ein Hund bringe Dreck und Schmutz und somit Keime ins Haus konnte ich nur entgegenhalten: dann muss ich wohl auch meine Kinder abgeben. Sollten die Damen & Herren Doktoren mal drüber nachdenken.

So, Ihr Lieben. Soviel heute zum Thema "Leukämie" und "LEBENsANSICHTEN".

Es folgt: der Freitags-Füller #212 von der lieben Barbara.

An dieser Stelle, längst überfällig für Publikation: DANKE, DANKE, DANKE, meine liebe Barbara, für das Riesenpaket, das Du mir in die Klinik geschickt hast! Voller Papiere & "Anleitung FÜR SIMONÉ" für dieses Minialbum, das Bestandteil ihres CAR2013 Workshops war, jeder Menge Schnickschnack, Stempel, Gesso, Strukturpaste und zwei niegel-nagel-neuen Scrapmagazinen mit Inspirationen für noch mehr Minibooks! Und eine CAR2013 Tasse!

So süss! Da tat es nicht mehr so weh, dass ich meine Teilnahme absagen musste. Und so sah das dann ausgepackt aus:


So, langer Vorrede ..... hier jetzt noch der ....
 

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1. Ab sofort ist Frühling angesagt.
2.  Mir ist schon mal eine Warmhaltekanne explodiert.
3. Nächste Woche haben Helge und ich einen exklusiven "Just the 2 of us"-Tag ***freu***.
4.  Ich finde sie zauberhaft, habe sie jedoch nicht im eigenen Garten, dafür erfreue ich mich über die, die in Nachbars Vorgarten wachsen: jede Menge Vergissmeinnicht.
5. Zuerst den Kopf einschalten und dann den Mund aufmachen.
6.  Ich liebe es, in das Gesicht des weltbesten Ehemannes zu blicken, wenn ich morgens die Augen aufmache.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen entspannten, typischen TGIF-Abend bei uns Zuhause (und nicht in der Klinik), morgen habe ich Sommerbepflanzung-Machen-Lassen geplant und Sonntag möchte ich, hach, am Liebsten mal kurz auf Barbara's Workshop in Erkrath vorbeischauen, aber meine Leukos ...., muss ich noch mal drüber schlafen!

LIVE ♥ LAUGH ♥ LOVE ♥ every single day in your life!

XOX

Simoné

Kommentare:

  1. Du bist einsame Spitze!
    Trotz deiner Situation so eine Lebensfreude zu haben (oder vielleicht gerade deshalb?) und auszustrahlen, tut auch dem Rest der Welt gut. Wenn ich dieses ganze Gejammere wegen Kleinigkeiten und Wehwehchen höre, in meinem Umfeld, dann ist es umso erfrischender und inspirierender, Worte wie deine zu lesen!

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    1. :-) Um es mit Rüdiger Dahlke's gleichnamigen Buch zu sagen: Krankheit als Weg! Man lernt - oder wird sich wieder bewusst - die vielen Kleinigkeiten des Lebens aufmerksam zu verrichten und wahrzunehmen. Auch, wenn es sich vermeintlich "nur" um "lästige" Alltagsdinge handelt.
      @ ALL: siehe hierzu auch https://www.facebook.com/home.php#!/betz.robert/posts/454416541306724
      Liebe Grüsse & nochmals 1000 Dank, Barbara!

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  2. Huhu Simone!

    Ich schaff es irgendwie nicht im Moment, den FF pünktlich zu beantworten, tstststs! Könnte es ja auch mal später nachschieben ;-)
    Na, wie schaut es nun aus im Garten?! Man will ja am liebsten JEDE freie Minute draußen sein, dahin werde ich mich auch gleich verziehen, endlich Feierabend für diese Woche!
    Ein schönes WE und (falls du fährst) viel Spaß in Erkrath, ich hab mich dieses Mal zeittechnisch ausklinken müssen, meine Freundin fährt aber hin...

    LG und bis hoffentlich bald mal wieder "in echt" ;-)
    Tina

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